St. Johann-Schulhaus: Gesamtsanierung und Dachgeschossausbau

Dass Ende des 19. Jahrhunderts der Bildung aller Kinder in Basel, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft, ein hoher Stellenwert beigemessen wurde, ist am Beispiel des St. Johann-Schulhauses deutlich sichtbar. Die repräsentative Gestaltung des monumentalen Baus, der auf der grünen Wiese errichtet wurde, erinnert an einen „Schulpalast“.

Die damals neusten Erkenntnisse im Schulhausbau wurden räumlich umgesetzt und haben auch heute – mehr als 120 Jahre später –noch Gültigkeit, trotz der stetig wachsenden technischen, aber vor allem auch pädagogischen Anforderungen. Mit der 2015/16 vorgenommenen Gesamtsanierung und dem Dachgeschossausbau ist der zeitgemässe Betrieb des Gebäudes auch für weitere Jahrzehnte sichergestellt.

St. Johann-Schulhaus

Spitalstrasse 50

4056 Basel

Gesamtsanierung und Dachgeschossausbau

2015 - 2016

MET Architects GmbH

Basel

Das nach den Plänen von Kantonsbaumeister Heinrich Reese 1886 - 88 errichtete St. Johann-Schulhaus war nach dem Bläsi- und Sevogelschulhaus das dritte Basler Schulhaus in einem Aussenquartier. Das monumentale Gebäude wurde in streng symmetrischen Neurenaissanceformen erbaut. Charakteristisch ist die starke Durchfensterung, die einen hohen Lichtanteil bewirkt und die zum vorgelagerten Park ausgerichtete, sehr plastisch bearbeitete Hauptfassade. Typisch für die zeitgenössische Bildungsphilosophie ist die qualitätsvolle Ausführung inkl. Ausstattung des Schulhauses. Die übersichtliche Gesamtorganisation mit ihrem in der Mitte gelegenen Eingang, den Treppenhäusern an beiden Kopfenden, den breiten, grosszügig belichteten Korridoren und nicht zuletzt die ostseitig orientierten, ebenfalls sehr gut belichteten Unterrichtsräume entsprachen der damals neuesten Erkenntnis im Schulhausbau.

Der Ersatz der bestehenden Bauteile orientierte sich eng am historischen Bestand. Zu nennen sind hier insbesondere neue Eichenfenster mit 3-fach Verglasung in historischer Teilung und Profilierung, neue Eichenböden, fischgrätverlegt, Ölfarben für das Holz und Metallwerk und eine Farbgebung, die aus dem historischen Farbkonzept entwickelt wurde.

Neue, zur damaligen Zeit nicht vorhandene oder nicht erforderliche Bauteile wie z.B. für die Erdbebenertüchtigung, den Brandschutz, die Sicherheits-, Medien- und Haustechnik, sowie die behindertengerechte Erschliessung wurden so integriert, dass sie die räumlichen Qualitäten des Altbaus nicht beeinträchtigen und trotzdem ihre Funktion für einen zeitgemässen Betrieb des Gebäudes erfüllen können.

Die neuen Anforderungen im Zusammenhang mit dem Beitritt zum HarmoS-Konkordat bedingten zusätzliche Räume für die Gruppenarbeit; die Zimmer für textiles Werken, Zeichnen und für den Naturkunde- und Geografie Unterricht wurden im neu ausgebauten Dachgeschoss untergebracht.

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