Mehrgenerationenwohnen an der Maiengasse und Hebelstrasse 

Die im Jahr 2018 fertiggestellten 55 Wohnungen bieten im vielfältigen Umfeld der Maiengasse Platz für Haushalte unterschiedlicher Grösse und Altersdurchmischung. Das erschwingliche Wohnangebot richtet sich an Familien mit Kindern sowie jüngere und ältere Kleinhaushalte mit ein bis zwei Personen - ergänzt wird das Angebot durch einen Doppelkindergarten.

Ein neuartiges Vermietungsmodell bietet einen Mietzins Bonus bei Einhaltung einer Mindestbelegung (vorbehältlich Einkommensobergrenze). Dabei gilt, dass die Mindestzahl der Bewohner der Anzahl Zimmer minus eins entsprechen muss. Ein Haushalt mit mindestens drei Personen kann sich beispielsweise auf eine 4,5-Zimmerwohnung bewerben und erhält im Mietvertrag einen Mietzins Bonus.

Maiengasse 7-15
Hebelstrasse 52
4056 Basel

55 Wohnungen (1,5- bis 6,5-Zimmer) und Doppelkindergarten

2016-2018

Esch/Sintzel Architekten, Zürich, Schmid Landschafts- architekten, Winterthur

Maiengasse und Hebelstrasse liegen in einem Quartier mit Wohnhäusern, universitären Institutionen (Campus Life Sciences, Campus Gesundheit) sowie dem Universitäts- und Kinderspital. Auf dem 4‘400 m2 grossen Areal in der Zone 4 waren ehemals Werkstätten des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD) untergebracht. Der Rückzug des BVD eröffnete dem Kanton die Chance, durch ein wirtschaftlich effizientes Nutzungskonzept erschwinglichen Wohnraum für unterschiedliche Generationen zu schaffen. Das Mehrgenerationen Projekt wird durch einen Doppelkindergarten abgerundet.

Neuartiges Vermietungsmodell

Ein neuartiges Vermietungsmodell bietet einen Mietzins Bonus bei Einhaltung einer Mindestbelegung (vorbehältlich Einkommensobergrenze). Dabei gilt, dass die Mindestzahl der Bewohner der Anzahl Zimmer minus eins entsprechen muss. Ein Haushalt mit mindestens drei Personen kann sich beispielsweise auf eine 4,5-Zimmerwohnung bewerben und erhält im Mietvertrag einen Mietzins Bonus. Der Mietzins Bonus gilt für ein Jahr und kann verlängert werden, sofern die Belegungsvorschriften erfüllt sind. Dies hat den Vorteil, dass die Mieterinnen und Mieter ihre Wohnung nicht verlassen müssen, wenn sich die Belegung der Wohnung verkleinert.

Vermietung

Freie Wohnungen an der Maiengasse und Hebelstrasse werden offen im Immobilienmarkt zur Vermietung ausgeschrieben: Vermietungsangebot von Immobilien Basel-Stadt

Architekturwettbewerb

Die Wohnüberbauung an der Maiengasse und Hebelstrasse geht auf einen offenen und anonymen Architekturwettbewerb zurück, der im Frühjahr 2013 von Immobilien Basel-Stadt ausgeschrieben wurde. Teil der Aufgabe war es, die unterschiedlichen Typologien an der Maiengasse und auf dem zu bebauuenden Grundstück zu vereinen.

Die Maiengasse ist von Häusern geprägt, die für den bürgerlichen Mittelstand in den 1860er Jahren erbaut wurden, mehrheitlich sind dies zwei- bis dreistöckige Reihenhäuser mit stattlichen Fassaden. Auf dem zu bebauenden Grundstück wiederum bestimmten zuletzt Wekstätten und Schuppen des BVD den grossen Hof. Das Projekt "Cour d'honneur" von Esch Sintzel Architekten (Zürich) und Schmid Landschaftsarchitekten (Winterthur) zum Sieger des Wettbewerbs erkoren und zur Weiterbearbeitung empfohlen.

Projekt

Insgesamt 55 Eineinhalb- bis Sechseinhalbzimmer- und teilweise Maisonettewohnungen, Ateliers, Hobbyräume und ein Doppelkindergarten sind an der Maiengasse und Hebelstrasse entstanden. Die Baulücke zur Hebelstrasse wurde mit einem in die Häuserzeile integrierten Bau geschlossen. An der Maiengasse öffnen sich zwei V-förmig angeordnete, dreigeschossige Gebäudekomplexe zur Strasse hin und erschliessen die beiden Kindergärten und vier grosszügigen Treppenhäuser zu den Wohnungen.

Die beiden Schenkel und ihre Verbindung im südlichen Bereich schaffen im Innenhof einen idealen, gassenartigen Platz zur Begegnung, zum Verweilen und Spielen. Dieser Freiraum dient sowohl dem Doppelkindergarten als auch der Wohnqualität, schafft durch sein Potential als Wohnhof Identität und ermöglicht eine vielfältige Nutzung. Gleichzeitig vermag er zwischen privatem und öffentlichem Raum zu vermitteln.

Auf beiden Seiten der Schenkel entstehen zweigeschossige Reihenhäuser mit privaten Gärten, darüber unterschiedlich grosse Geschosswohnungen. Die beiden Kindergärten werden im Scheitelpunkt der Anlage realisiert und durch den öffentlichen Durchgang voneinander getrennt.

Der Neubau zur Hebelstrasse erfolgt als Vierspänner, mit attraktiven Wohnstrukturen und hohen räumlichen Qualitäten. Das Ausdrehen der Fassade gliedert den Aussenraum und bricht die Länge der hofseitigen Fassade des Häuserblocks. Zur Hebelstrasse hin erhält der Bau kleine, erkerartige Ausbuchtungen, die den Blick auf den Strassenraum ermöglichen.

Maiengasse und Hebelstrasse unterscheiden sich städtebaulich. Dies manifestiert sich auch in unterschiedlicher Bebauung, Konstruktionsweise und Materialisierung der beiden Gebäude. Das Hofgebäude ist als Holzbau konzipiert mit Stützen und Trägern als Primärstruktur. Die Leichtbauwände erlauben eine nachhaltige Bauweise, die an ihre Vorgänger, die alten Gewerbebauten des Hochbauamts erinnert.

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